9 Tage nach der Flutwelle und Umgang mit belastenden Ereignissen

Die gute Nachricht zu erst: Der Katastrophentourismus auf Mallorca ist weitestgehend ausgeblieben.

 

 

 

 

 

Hellfer beim Aufräumen in son Carrio

 

 

Die traurige Nachricht ist: das der junge Artur nun auch tot gefunden wurde

In den Medien wurde über das Alter des Jungen immer wieder unterschiedliche Angaben gemacht. Für die Betroffenen Familien und Leser die geschockt vor der ganzen Situation stehen ist es das geringere Problem.

Für Augenzeugen und Helfer gilt es alles zu verarbeiten. So lange man in Bewegung ist und nicht zur Ruhe kommt, scheint alles gut zu sein. Wenn man zur Ruhe kommt, dann kommen die Bilder, welche sich im Schockmoment eingebrannt haben, wieder hervor. Alles wird noch einmal erlebt. Es reicht ein Geräusch und alles wird wie ein Film immer und immer wieder abgespielt. In einem Interview mit Augenzeugen, schildert ein Junge, das sein Bruder nun Angst vor Regen hat. Die Kinder erlebten, wie Autos an ihnen vorbeischwammen. Und wohnen an dem Ort wo mehrere Menschen die sie kennen und das Unwetter nicht überlebt haben.

Das Internet ist voll mit Tipps und Ratschlägen für den Umgang mit Menschen die so schlimmes erlebt haben. Einen Satz sollte man sich in solch einer Situation verkneifen: „Das wird schon wieder“ Es ist von demjenigen, der es sagt sicher nicht böse gemeint, nur wenn man einen nahestehenden Menschen verliert  wird alles anders. Selbst die Suche nach dem Verantwortlichen für dieses Unglück bringt einem seinen Liebsten nicht zurück. Auch für Helfer von Feuerwehr, THW, Militär, Polizei und Rettungsdienst sind diese Ereignisse nicht leicht. Das Überbringen einer Todesnachricht ist selbst für die härtesten Polizisten nicht einfach.

Es sind Bilder, die sich in das Gedächtnis der Überlebenden der betroffenen Orte einbrennen werden: ineinander verkeilte Autos, und verwüstete, sogar eingestürzte Häuser die einmal zwei Häuser waren, orientierungslose Menschen unter Schock, Verletzte, Tote. Was oft vergessen wird, ist die Tatsache, dass nicht nur die Opfer nach solchen Unglücken häufig psychische Schäden davon tragen. Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei oder des Roten Kreuzes müssen das Erlebte verarbeiten.

Es ist nicht leicht diesen Menschen zuzuhören, es hilft ihnen aber das erlebte zu verarbeiten. Wenn der Partner wie versteinert vor seiner Nudelsuppe am Mittagstisch sitzt, ist er in Gedanken wieder ganz stark bei dem was er erlebt hat. Es reicht schon etwas schwimmendes im Essen aus, um den Film im Kopf abzuspielen.
Wenn Opfer und Helfer Hilfe brauchen sind Kriseninterventionsteams gefragt. Das wichtigste ist aber das Zusammenhalten in der Gemeinschaft. Und vor allen das zuhören können. Wenn in einer Nachbereitung solcher Ereignisse darüber geredet wird, wie der einzelne seine Situation erlebt hat, hilft es zu Verstehen und seine Frage nach dem Warum zu beantworten.

 

 

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